Juni 8, 2026

Vilnius bietet Pilgern aus Deutschland eine ruhige Alternative zu Europas bekanntesten Wallfahrtsorten: Der Weltkongress der Barmherzigkeit beginnt

Eines der bedeutendsten katholischen Ereignisse des Jahres hat in Vilnius begonnen: der 6. Weltapostolische Kongress über die Barmherzigkeit (WACOM). Sechs Tage lang wird eine der am wenigsten entdeckten Hauptstädte Europas und zugleich die Geburtsstadt der Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit zu einem internationalen Treffpunkt für Pilger auf der Suche nach spiritueller Orientierung.

In dieser Woche wird Vilnius sechs Tage lang zum Treffpunkt der weltweiten katholischen Gemeinschaft. Tausende Pilger, Geistliche, Kirchenvertreter und Besucher kommen in die litauische Hauptstadt zum 6. Weltapostolischen Kongress über die Barmherzigkeit (WACOM).

Der Kongress wurde am 7. Juni offiziell eröffnet und bringt mehr als 5.000 Teilnehmer aus 52 Ländern zusammen. Damit zählt er zu den bedeutendsten internationalen katholischen Veranstaltungen, die in diesem Jahr weltweit stattfinden.

Die vom Dikasterium für die Evangelisierung des Vatikans organisierte Veranstaltung findet erstmals in Litauen statt und läuft vom 7. bis 12. Juni unter dem Motto „Die Stadt der Barmherzigkeit aufbauen“.

Vilnius wurde als Austragungsort ausgewählt, weil die Stadt als Geburtsort der Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit gilt, einer Bewegung, die sich zu einer der weltweit verbreitetsten Ausdrucksformen moderner katholischer Spiritualität entwickelt hat. Heute findet sich das Bild der Göttlichen Barmherzigkeit in katholischen Kirchen auf der ganzen Welt, während das Originalgemälde weiterhin in Vilnius im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in der Altstadt aufbewahrt wird.

„Seit Jahrzehnten beten Millionen Katholiken weltweit vor dem Bild der Göttlichen Barmherzigkeit, ohne zu wissen, dass diese Geschichte in Vilnius begann. Dieser Kongress ist ein historischer Moment, weil er die weltweite Gemeinschaft der Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit in jene Stadt zurückführt, in der diese Botschaft erstmals Gestalt annahm. Er bietet die Gelegenheit, nicht nur an diese Geschichte zu erinnern, sondern auch über eine Botschaft nachzudenken, die bis heute von großer Bedeutung ist: dass Barmherzigkeit, gelebt durch Gebet, Worte und konkrete Taten, zur Grundlage von Hoffnung und Einheit werden kann“, sagte Erzbischof Gintaras Grušas.

Der Eröffnungstag begann mit einer Heiligen Messe auf dem Kathedralenplatz von Vilnius sowie einer eucharistischen Prozession durch das Stadtzentrum. Damit startete ein Programm, das Kirchen, Klöster, Museen und öffentliche Orte in der ganzen Stadt einbezieht.

„Dieser Kongress bringt mehr als 130 Referentinnen und Referenten zusammen, von Kanada und den Philippinen bis nach Italien und in die Ukraine. Was sie verbindet, sind nicht Titel oder Positionen. Viele von ihnen haben außergewöhnliche Erfahrungen gemacht, von Sucht und Gewalt über Kriegserfahrungen und persönliche Schicksalsschläge bis hin zu tiefgreifenden Lebensveränderungen. Neben international bekannten Kirchenvertretern und Autoren werden Besucher Geschichten von Menschen hören, die ihr Leben neu aufgebaut und in schwierigen Situationen Hoffnung gefunden haben“, sagte Inesa Čaikauskienė, Direktorin des Weltapostolischen Kongresses über die Barmherzigkeit Vilnius 2026.

Das WACOM-Programm umfasst fünf volle Tage mit täglich mehr als 30 Nachmittagsveranstaltungen an verschiedenen Orten in Vilnius. Die Veranstaltungen stehen allen offen, unabhängig davon, ob sie aus religiösem Interesse, kultureller Neugier oder dem Wunsch nach Austausch teilnehmen. Das Abendprogramm umfasst Konzerte sowie liturgische Feiern und tägliche Gebetsveranstaltungen.

Über seine religiöse Dimension hinaus widmet sich der Kongress einigen der dringendsten Herausforderungen moderner Gesellschaften, darunter Einsamkeit, Sucht, familiäre Krisen, psychische Gesundheit, Kriegstraumata und soziale Ausgrenzung. In Diskussionen, Ausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen wird erörtert, wie Gemeinschaften diesen Problemen mit Solidarität und praktischem Handeln begegnen können.

Zu den international bekannten Referenten gehören unter anderem der ehemalige Gangster und heutige katholische Redner John Pridmore sowie der anglikanische Pastor und Begründer des Alpha-Kurses Nicky Gumbel. Darüber hinaus sprechen unter den täglich rund 30 Vorträgen der Erzbischof von Krakau Grzegorz Ryś, der katholische Podcaster Matt Fradd, Tetiana Stawnychy, Präsidentin von Caritas Ukraine, sowie Seine Allheiligkeit, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus, und der Großmeister des Souveränen Malteserordens.

Vilnius verbindet das Kongressprogramm mit seiner langjährigen Rolle als Pilgerziel. Mit mehr als 30 Kirchen, die innerhalb der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Altstadt fußläufig erreichbar sind, bietet die Stadt etablierte Pilgerrouten der Tradition der Göttlichen Barmherzigkeit, darunter den Weg der Barmherzigkeit.

Während im Laufe der Woche weiterhin Tausende Besucher anreisen, etabliert sich Vilnius nicht nur als historisches Pilgerziel, sondern auch als zeitgenössischer Treffpunkt für weltweite Gespräche über Glauben und Gemeinschaft.