Von einem Drehrestaurant auf 165 Metern Höhe bis zu einer Aussicht von bis zu 50 Kilometern: Der Fernsehturm von Vilnius eröffnet heute sein Restaurant Milky Way wieder. Es reiht sich damit in die Riege europäischer Fernsehtürme wie den Berliner Fernsehturm ein und zählt zu den acht höchsten Fernsehtürmen Europas. Das gastronomische Erlebnis wird durch eine außergewöhnliche Weinkarte ergänzt, die ausschließlich Weine aus Weinbergen umfasst, die sich auf einer ähnlichen Höhe über dem Meeresspiegel befinden wie das Restaurant selbst.
Heute eröffnet der Fernsehturm von Vilnius sein umfassend renoviertes Panorama-Restaurant Milky Way (litauisch: paukščių takas) wieder und bringt damit den einzigartigen Gastronomiebetrieb der Stadt zurück, der jährlich mehr als 130.000 Besucher anzieht. Das kulinarische Konzept interpretiert die litauische Küche zeitgemäß neu und verfolgt zugleich einen außergewöhnlichen Ansatz bei der Auswahl der Weine.
Auch in Deutschland gehören Restaurants in luftiger Höhe zu den Attraktionen markanter Türme, allen voran im Berliner Fernsehturm, dem höchsten Bauwerk des Landes. Der Florianturm in Dortmund schrieb zudem Geschichte als erstes Drehrestaurant der Welt.
Während das Restaurant Sphere im Berliner Fernsehturm den Blick über eine der größten Hauptstädte Europas eröffnet, bietet das Milky Way eine ganz andere Perspektive: Weite Ausblicke über eine grünere, niedrigere Stadt, in der Wälder, Flüsse und die historische Altstadt gleichzeitig vom selben Tisch aus zu sehen sind. An klaren Tagen reicht die Aussicht bis zu 50 Kilometer über die Stadtgrenzen hinaus.
“Unser Fokus liegt auf frischen Produkten, denn in Litauen wachsen außergewöhnlich knackige Gurken sowie hervorragende Pilze, Kräuter und Beeren von lokalen Bauernhöfen. Auf unserer Speisekarte interpretieren wir vertraute Aromen und Zutaten auf leichte, moderne Weise neu – etwa Forelle mit Sanddorn, Schwarzbrot-Crumble und Dill oder ein weiteres Fischgericht, das mit den traditionellen litauischen Kartoffelklößen Švilpikai serviert wird.
Die Gerichte und die dazu passenden Weine haben wir gemeinsam entwickelt, sodass jede Kombination ganz selbstverständlich wirkt. Wird ein bestimmter Wein zu einem Gericht empfohlen, findet er sich mitunter auch in der Sauce wieder – oder man entdeckt, wie er den Aromen auf dem Teller eine neue Dimension verleiht. Küche, Weine und Aussicht sind so aufeinander abgestimmt, dass sie gemeinsam ein harmonisches Gesamterlebnis schaffen“, erklärt Aleksandras Buiko, Küchenchef des Restaurants.
Ein besonderes Merkmal der Weinkarte ist ihr Konzept nach Höhenlagen. Angeboten werden ausschließlich Weine aus Weinbergen, die sich auf einer ähnlichen Höhe über dem Meeresspiegel befinden wie das Restaurant selbst.
Ergänzt wird das Angebot durch Weine litauischer Produzenten, die nach einem anderen Prinzip ausgewählt wurden: der „nördlichen Höhenlage“. Hier prägen das kühle Klima, die langen Sommertage und die kurze Vegetationsperiode Säure und Struktur der Weine stärker als die tatsächliche Höhenlage.
“Unser Ziel ist es nicht, klassische Fine-Dining-Konzepte zu kopieren, sondern das Erlebnis durch Kontraste zu definieren: Höhe und Flachland, urbane Skyline und landwirtschaftlich geprägter Horizont sowie technische Architektur und natürliche Gegebenheiten“, sagt Sandra Vambutė, Marketingmanagerin des Fernsehturms von Vilnius.
Das Restaurant befindet sich auf 165 Metern Höhe und dreht sich alle 55 Minuten einmal vollständig um die eigene Achse. So genießen Gäste einen ständig wechselnden Blick auf die litauische Hauptstadt. Mit einer Höhe von 326,4 Metern ist der Fernsehturm von Vilnius das höchste Bauwerk Litauens, der achtthöchste Fernsehturm Europas und lediglich drei Meter niedriger als der Eiffelturm.
Der Turm wurde 1980 als Fernmeldeturm fertiggestellt und erlangte internationale Bekanntheit durch die Ereignisse des 13. Januar 1991. Damals verteidigten unbewaffnete Zivilisten den Turm gegen einen sowjetischen Militärangriff und trugen so zur Sicherung der litauischen Unabhängigkeit bei. An diese Geschichte erinnert heute die Ausstellung „Fight for Freedom“, die im Turm zu sehen ist.
In den vergangenen Jahren hat sich der Fernsehturm zu einem vielseitigen Besucherziel entwickelt. Dazu gehören zwei Apartments auf 175 Metern Höhe mit Panoramablick, die zu den höchstgelegenen Hotelunterkünften der Region zählen, sowie das Erlebnis Edge Walk, bei dem Besucher die Außenplattform des Turms in 170 Metern Höhe begehen können. Im restaurierten Restaurant ist außerdem ein neues Fresko des renommierten zeitgenössischen Künstlers Jurgis Tarabilda zu sehen, das die Gründungsgeschichte von Vilnius darstellt.