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August 10, 2026

Deutsche Künstler wirken gemeinsam mit 40 internationalen Kunstschaffenden an einer Open-Air-Galerie in Vilnius mit

Am vergangenen Wochenende arbeiteten mehr als 40 Künstlerinnen und Künstler aus 23 Ländern, darunter zwei aus Deutschland, beim Baltikum-Debüt des aus Deutschland stammenden Festivals Meeting of Styles in Litauens kreativer Hauptstadt zusammen und schufen dauerhafte großformatige Kunstwerke im öffentlichen Raum. Da Reisende zunehmend authentische urbane Erlebnisse jenseits klassischer Museumsbesuche suchen, etabliert sich Vilnius als attraktives Reiseziel für Street-Art.

Nuotraukos

Am vergangenen Wochenende war Vilnius die erste Stadt im Baltikum, die das Meeting of Styles ausrichtete, eines der weltweit bekanntesten internationalen Festivals für Street-Art und Graffiti, das seinen Ursprung in Deutschland hat. Mehr als 40 Künstlerinnen und Künstler aus Europa, Chile, Uruguay und Japan verwandelten Industrieflächen in eine dauerhafte, großformatige Open-Air-Galerie.

Das Festival steht für einen umfassenderen Wandel im kunstorientierten Reisen. Laut Future Market Insights entscheiden sich Reisende zunehmend für Kunstveranstaltungen in Städten und interaktive Kulturerlebnisse anstelle reiner Museumsbesuche. Dieser Wandel begünstigt Erlebnisse im öffentlichen Raum, die lokale Identität, zeitgenössische Kreativität und urbane Kultur miteinander verbinden. Dadurch ist Street-Art zu einem zunehmend wichtigen Bestandteil moderner Städtereisen geworden.

Zu den Höhepunkten des Wochenendes gehört die Entstehung eines neuen zentralen Murals des rumänischen Künstlers Lost.Optics und des litauischen Muralisten und Malers Linas Kaziulionis (K ART 7). Lost.Optics ist für seine großformatigen geometrischen Murals bekannt, die Graffiti-Lettering mit futuristischer und digital inspirierter Ästhetik verbinden. Er hat Kunstwerke im öffentlichen Raum in Rumänien, Österreich und Frankreich geschaffen; sein jüngstes Projekt Abandoned konzentriert sich auf das Malen in vergessenen und vernachlässigten Räumen. Linas Kaziulionis zählt zu den führenden Muralisten Litauens, allein 2024 bedeckten seine Murals mehr als 2.000 m² Wandflächen in verschiedenen Ländern. Eines seiner neuesten Murals, Time Layers, schmückt ein Bürogebäude im Zentrum von Vilnius. Das Werk setzt auf leuchtende Farben und die Gegenüberstellung von Vergangenheit und Zukunft.

„Für mich ging es beim Malen auf der Straße schon immer um Energie: Um die Energie des Ortes, der Menschen und der Künstlerinnen und Künstler, die ihren eigenen Stil einbringen. Vilnius hat mich überrascht, weil die Stadt bereits eine starke visuelle Identität und eine Street-Art-Kultur besitzt, die authentisch und nicht inszeniert wirkt. Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Ländern, Generationen und Szenen Seite an Seite arbeiten zu sehen, bringt auf den Punkt, worum es bei Street-Art geht: Ideen auszutauschen, unterschiedliche Stile zu respektieren und etwas für die Gemeinschaft zu hinterlassen“, sagte Daniel, auch bekannt als Lost.Optics.

Aus fast 170 Bewerbungen ausgewählt, schufen Künstlerinnen und Künstler aus 23 Ländern Werke, die der Stadt noch lange nach Ende des Festivals erhalten bleiben werden. Zu den Höhepunkten zählen ein neu gestalteter Eisenbahnwaggon, der zum visuellen Mittelpunkt des Festivals wurde, sowie ein neues Mural in der Naugarduko-Straße, einem jungen Viertel, in dem Tech-, Kultur- und Gastronomieszene zusammenkommen.

Zum internationalen Line-up gehörten Künstler wie Moreno, der spanische Muralist, der für großformatige urbane Spraypaint-Arbeiten in Bristol, Köln und Berlin bekannt ist. Lebendige, erzählerische Murals mit stilisierten Tieren und charakterbasierten Kompositionen stammten von dem in Südafrika geborenen Künstler Marcamix, der regelmäßig am Meeting of Styles teilnimmt. Ein weiteres prominentes Mitglied der Community war Lunar, Kroatiens ehemaliger Creative Ambassador of Culture, dessen verspielte Murals auf sechs Kontinenten zu sehen sind.

Im Unterschied zu vielen festivalbasierten Veranstaltungen steht beim Meeting of Styles die öffentliche Entstehung der Kunst im Mittelpunkt und nicht der Zugang zu ticketpflichtigen Ausstellungsräumen. Vier Tage lang schufen die Künstlerinnen und Künstler ihre Murals vor den Augen der Besucherinnen und Besucher, die so die Entstehung der Werke in Echtzeit verfolgen konnten.

Am Freitag brachte das Festival zudem Graffiti, Street Culture und Hip-Hop-Battles zusammen. Am Bahnhof fanden Workshops, Bildungsangebote und DJ-Sets für Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gäste der Stadt statt. Die während der Veranstaltung entstandenen Werke legen einen deutlichen Schwerpunkt auf dauerhafte Kunst im öffentlichen Raum statt auf temporäre Installationen, einige werden an andere soziale Einrichtungen und Schulen gebracht.

„Der Name Meeting of Styles trifft es sehr genau. Das Festival bringt unterschiedliche Energien, Farben, Techniken und kreative Ansätze zusammen. Einige Tage lang wurde Vilnius zu einem Ort, an dem völlig unterschiedliche künstlerische Welten im selben öffentlichen Raum aufeinandertrafen. Genau darin liegt die eigentliche Stärke des Festivals: Die Stadt selbst wird zu einer offenen kreativen Plattform, auf der Menschen und Ideen aus verschiedenen Teilen der Welt miteinander in Verbindung treten können“, sagt Linas Kaziulionis, einer der Organisatoren und Künstler des Festivals.

Für Reisende, die sich für urbane Kultur, zeitgenössische Kunst und kreative Viertel interessieren, hat Vilnius weit mehr zu bieten als ein einziges Festivalwochenende. Die Street-Art-Route der Stadt ist umfangreich und umfasst unter anderem mehr als 30 Installationen in der Open Gallery, den versteckten Užupis Art Incubator in der unabhängigen Republik Užupis sowie „The Walls Remember“, ein zeitgenössisches Kunstprojekt, das der jüdischen Gemeinschaft der Stadt Tribut zollt. Viele dieser Werke lassen sich zu Fuß entlang der eigens ausgewiesenen Vilnius Street Art Route entdecken.

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